Wirkungen von CBD

CBDA: Wirkung, Unterschied zu CBD & Anwendung | 321CBD

Publié par : Pelin, autrice psychologie, santé et voyage

Was ist CBDA?

CBDA steht für Cannabidiolsäure (englisch: Cannabidiolic Acid). Es handelt sich um ein natürlich vorkommendes Cannabinoid, das in der Hanfpflanze (Cannabis sativa L.) in großen Mengen enthalten ist – vor allem in den Trichomen, den harzigen Drüsen auf der Oberfläche der Blüten.

Ein weit verbreiteter Irrtum ist, dass die Hanfpflanze direkt CBD produziert. Tatsächlich bildet sie zunächst CBGA (Cannabigerolsäure), das oft als „Mutter aller Cannabinoide" bezeichnet wird. Durch spezifische Enzyme wird CBGA anschließend in drei Cannabinoidsäuren umgewandelt: THCA (die Vorstufe von THC), CBCA (die Vorstufe von CBC) und eben CBDA (die Vorstufe von CBD).

CBDA wurde erstmals 1996 aus der Cannabispflanze isoliert - Jahrzehnte nachdem die Forschung an CBD bereits in den 1940er-Jahren begonnen hatte. Es gehört zu den über 120 identifizierten Cannabinoiden im Hanf und ist, genau wie CBD, nicht psychoaktiv. Es erzeugt also kein „High" und macht nicht abhängig.

Decarboxylierung: Wie wird CBDA zu CBD?

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Die Umwandlung von CBDA in CBD erfolgt durch einen chemischen Prozess namens Decarboxylierung. Dabei wird durch Hitze oder UV-Licht eine Carboxylgruppe (COOH) vom CBDA-Molekül abgespalten. Übrig bleibt CO2 und die neutrale, „aktivierte" Form: CBD.

Dieser Prozess läuft langsam ab, wenn die Pflanze getrocknet und gelagert wird. Deutlich schneller geht es beim Erhitzen – etwa beim Verdampfen (Vaporisieren), Kochen oder bei der industriellen CO2-Extraktion. Genau deshalb enthalten die meisten CBD-Produkte im Handel kaum noch CBDA: Die Decarboxylierung hat es bereits vollständig in CBD umgewandelt.

Allerdings gibt es einen wachsenden Trend zu sogenannten „Raw"- oder „Roh"-Produkten. Diese werden bewusst schonend verarbeitet, um das natürliche CBDA-Profil der Pflanze zu erhalten. Der Gedanke dahinter: Die saure Vorstufe soll ihre ganz eigenen positiven Eigenschaften behalten, die bei der Decarboxylierung verloren gehen.

In der lebenden Hanfpflanze kommt CBD nur in sehr geringen Mengen vor. Der Großteil des Cannabidiols liegt als CBDA vor. Erst durch Trocknung oder Hitze wird es zur vertrauten Form, die wir aus CBD-Ölen und -Kapseln kennen. Mehr dazu findest du in unserem Artikel über die Decarboxylierung von CBD.

CBDA Wirkung: Was bewirkt CBDA im Körper?

Lange galten die sauren Vorstufen der Cannabinoide als wirkungslos. Diese Annahme wurde inzwischen durch mehrere Studien widerlegt. Auch wenn die Forschung zu CBDA noch in einem frühen Stadium steckt, deuten die bisherigen Ergebnisse auf eigenständige und teils bemerkenswerte Wirkungen hin.

Entzündungshemmende Eigenschaften

Bereits 2008 stellten Forscher fest, dass die Molekülstruktur von CBDA starke Ähnlichkeiten mit nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen aufweist. In Laborstudien konnte gezeigt werden, dass CBDA das Enzym Cyclooxygenase-2 (COX-2) hemmt – genau der gleiche Wirkmechanismus, den auch klassische entzündungshemmende Medikamente nutzen. Erste Hinweise deuten darauf hin, dass CBDA in dieser Hinsicht sogar wirksamer sein könnte als CBD selbst.

Wirkung gegen Übelkeit und Erbrechen

Die bislang am besten dokumentierte Eigenschaft von CBDA betrifft seine Wirkung gegen Übelkeit. Eine 2013 im British Journal of Pharmacology veröffentlichte Vergleichsstudie (Studie ansehen) zeigte, dass CBDA die Serotonin-Rezeptoren 5-HT1A deutlich stärker aktiviert als CBD. Diese Rezeptoren spielen eine zentrale Rolle bei der Regulierung von Übelkeit. Besonders vielversprechend könnte dieser Effekt für Patienten sein, die im Rahmen einer Chemotherapie unter Übelkeit leiden.

Mögliche angstlösende Wirkung

Durch seine Affinität zu den Serotonin-Rezeptoren könnte CBDA auch bei Stress und Angststörungen unterstützend wirken. Erste Untersuchungen legen nahe, dass CBDA an den 5-HT1A-Rezeptoren eine stärkere Bindung eingeht als CBD. Die Forschung hierzu befindet sich allerdings noch am Anfang.

Ansätze in der Krebsforschung

In präklinischen Studien wurde untersucht, ob CBDA die Migration bestimmter Krebszellen – insbesondere bei Brustkrebs – hemmen kann. Die Ergebnisse sind ermutigend, befinden sich aber noch im experimentellen Stadium. Medizinische Empfehlungen lassen sich daraus derzeit nicht ableiten.

Wichtig: Die Studien zu CBDA stammen überwiegend aus In-vitro-Versuchen und Tiermodellen. CBDA ist kein Arzneimittel und ersetzt keine medizinische Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden solltest du immer einen Arzt konsultieren.

CBDA vs. CBD: Was ist der Unterschied?

Obwohl CBDA der direkte Vorläufer von CBD ist, unterscheiden sich beide Substanzen in mehreren wesentlichen Punkten.

Kriterium CBDA CBD
Vollständiger Name Cannabidiolsäure Cannabidiol
Form Saure Vorstufe (roh) Neutrale Form (decarboxyliert)
Vorkommen Lebende Pflanze, rohe Blüten Verarbeitete Produkte (Öle, Harze …)
Psychoaktive Wirkung Keine Keine
Wirkung auf 5-HT1A-Rezeptoren Höhere Affinität (laut Vorstudien) Moderate Affinität
Verfügbarkeit als Produkt Selten als isoliertes Produkt Weit verbreitet
Stabilität Hitzeempfindlich Stabil

Die wichtigste Gemeinsamkeit: Weder CBDA noch CBD wirken psychoaktiv. Beide Substanzen verursachen kein „High" und können im Alltag verwendet werden, ohne die Konzentration oder das Reaktionsvermögen zu beeinträchtigen.

Besonders spannend ist die Kombination beider Cannabinoide. Der sogenannte Entourage-Effekt, den der israelische Forscher Raphael Mechoulam 1998 beschrieb, besagt, dass Cannabinoide in Kombination wirksamer sind als einzeln. Genau deshalb sind Vollspektrum-CBD-Öle, die neben CBD auch CBDA und weitere Cannabinoide enthalten, bei vielen Anwendern besonders beliebt.

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Ja, CBDA ist in Deutschland, Österreich und der gesamten Europäischen Union legal. Cannabidiolsäure ist nicht als Betäubungsmittel eingestuft und fällt nicht unter das BtMG (Betäubungsmittelgesetz). Solange Produkte aus zugelassenen Nutzhanfsorten stammen und einen THC-Gehalt von unter 0,3 % aufweisen, dürfen sie frei verkauft und konsumiert werden. Dies gilt für CBDA in jeder Form – ob als Bestandteil eines Vollspektrum-Öls, in Kapseln oder in anderen Hanfprodukten.

Auch als Nahrungsergänzungsmittel unterliegt CBDA keinen besonderen Einschränkungen, solange die THC-Grenzwerte eingehalten werden. Im Vergleich zu THC und den seit 2024 teilweise entkriminalisierten Cannabisprodukten ist CBDA rechtlich vollkommen unkompliziert. Du kannst CBDA-haltige Produkte online und in Fachgeschäften bedenkenlos kaufen.

CBDA anwenden: So nutzt du Cannabidiolsäure richtig

Da CBDA beim Erhitzen in CBD umgewandelt wird, kommt es vor allem in Produkten vor, die schonend verarbeitet wurden. Hier sind die gängigsten Möglichkeiten, CBDA in deinen Alltag zu integrieren.

CBDA-Öl und Tropfen

Sublingualtropfen sind die praktischste Art, CBDA einzunehmen. Ein hochwertiges CBDA-Öl basiert auf einer schonenden Extraktion, die das saure Cannabinoid bewahrt, anstatt es vollständig zu decarboxylieren. Auch Vollspektrum-CBD-Öle enthalten neben CBD einen natürlichen Anteil an CBDA und weiteren Cannabinoiden wie CBG und CBN, was den Entourage-Effekt fördert. Einfach ein paar Tropfen unter die Zunge geben und etwa 60 Sekunden einwirken lassen – so werden die Wirkstoffe über die Mundschleimhaut besonders schnell aufgenommen. Die sublinguale Einnahme von CBDA-Öl ermöglicht in der Regel eine spürbare Wirkung innerhalb von 15 bis 30 Minuten.

Roher Hanfsaft

Frisch gepresster Hanfsaft enthält besonders hohe Konzentrationen an CBDA, da die Pflanze nicht erhitzt wurde. Er lässt sich gut in Smoothies, Säfte oder Salate mischen, um den leicht bitteren Geschmack abzumildern.

Kapseln und Nahrungsergänzungsmittel

Wer den Hanfgeschmack nicht mag, greift zu CBDA-Kapseln. Sie sind geschmacksneutral, einfach zu dosieren und eignen sich gut für eine regelmäßige Einnahme.

Tipps zur Dosierung und Aufnahme

Wie bei allen Cannabinoiden gilt: Starte mit einer niedrigen Dosis und steigere sie schrittweise, bis du die für dich passende Menge gefunden hast. Jeder Körper reagiert unterschiedlich. Für eine optimale Aufnahme solltest du CBDA zusammen mit einer fetthaltigen Mahlzeit einnehmen (z. B. mit Olivenöl, Avocado oder Nüssen), da Cannabinoide fettlöslich sind und in Kombination mit Lipiden besser aufgenommen werden. Und denke daran: CBDA ist ein Nahrungsergänzungsmittel und kein Ersatz für eine ausgewogene Ernährung und einen gesunden Lebensstil.

Tipp beim Kauf: Achte beim Kauf immer auf das Analysezertifikat (Certificate of Analysis, COA) des Herstellers. Es sollte den genauen CBDA-Gehalt separat vom CBD-Gehalt ausweisen. Manche Produkte geben einen „CBD gesamt"-Wert an, der CBD und das theoretisch nach Decarboxylierung verfügbare CBDA zusammenfasst – achte darauf, dass du genau weißt, was in deinem Produkt steckt.

CBDA und das Endocannabinoid-System

CBDa

Alle Cannabinoide – einschließlich CBDA – interagieren mit dem Endocannabinoid-System (ECS) des menschlichen Körpers. Dieses Netzwerk aus Rezeptoren (CB1 und CB2) ist im gesamten Organismus verteilt und reguliert wichtige Funktionen wie Stimmung, Schlaf, Appetit, Schmerzempfinden und Immunantwort.

Im Gegensatz zu THC bindet CBDA jedoch nicht direkt an die CB1- und CB2-Rezeptoren. Seine Wirkung entfaltet es vor allem über die Hemmung des Enzyms COX-2 und die Aktivierung der Serotonin-Rezeptoren 5-HT1A. Diese unterschiedlichen Wirkmechanismen machen CBDA zu einer eigenständigen Substanz mit einem eigenen Profil – und nicht zu einem bloßen „inaktiven" Vorläufer.

Während CBD eher indirekt auf die Endocannabinoid-Rezeptoren einwirkt, nutzt CBDA also parallele Wege, die gezielt Stimmung, Schmerzempfinden und Übelkeit beeinflussen. Diese Komplementarität der Wirkmechanismen spricht dafür, CBDA und CBD gemeinsam zu konsumieren, anstatt auf ein einzelnes Isolat zu setzen. Genau das ist einer der Grundgedanken des Entourage-Effekts: Cannabinoide im Verbund entfalten ein breiteres und ausgewogeneres Wirkungsspektrum als einzeln.

Fazit: Warum lohnt es sich, CBDA zu kennen?

CBDA ist weit mehr als nur eine Zwischenstufe auf dem Weg zum CBD. Als eigenständiges Cannabinoid mit einem eigenen Wirkprofil verdient es Aufmerksamkeit – besonders wegen seiner potenziell entzündungshemmenden, antiemetischen und angstlösenden Eigenschaften. Die Forschung steht zwar noch am Anfang, die bisherigen Ergebnisse sind jedoch vielversprechend und deuten darauf hin, dass CBDA seinen bekannteren Verwandten CBD in bestimmten Bereichen sogar übertreffen könnte.

Wenn du die Vorteile von CBDA nutzen möchtest, setze auf hochwertige Vollspektrum-Produkte, die die natürliche Vielfalt der Cannabinoide aus der Hanfpflanze bewahren. Achte stets auf Analysezertifikate und entscheide dich für transparente Marken, die den CBDA-Gehalt ihrer Produkte klar ausweisen. Und um immer über die neuesten Erkenntnisse zu Cannabinoiden informiert zu bleiben, abonniere den 321 CBD Newsletter.